Lüftung von Bestandsgebäuden 

        

Aus energetischer Sicht bietet die Lüftung ein erhebliches Energieeinsparpotential.
Bisher wurde dieses Potential auch in den entsprechenden Vorschriften für Wohngebäude zu gering beachtet. Daraus folgt, dass der prozentuale Anteil des Lüftungswärmeverlustes bezogen auf den Gesamtwärmeverlust gestiegen ist. Zurückzuführen ist das auf die häufig bereits realisierte Wärmedämmung der Außenbauteile. Dagegen ist hinsichtlich der Lüftungswärmeverluste bei bestehenden Wohngebäuden, beim Neubau und insbesondere der Sanierung, meistens nichts unternommen worden.  

 

In der folgenden Grafik wurde die Entwicklung des Lüftungswärmebedarf in Bezug auf den Gesamtwärmebedarf = 100% dargestellt. Der Transmissionswärmeverlust ist dabei der Wärmeverlust über die Außenbauteile (=Gebäudehülle).  

Wärmeverlust

 

Insgesamt ist festzustellen, dass der Gesamtwärmebedarf der Gebäude durch die Verbesserung der Wärmedämmung sinkt.
Der Lüftungswärmeverlust bei Gebäuden mit Fensterlüftung bleibt dagegen real unverändert sofern der notwendige Luftwechsel realisiert wird. 

 

Es ergibt sich folgendes Problem:  

Die Lüftung von Wohngebäuden wird üblicherweise durch die so genannte "freie Lüftung" realisiert. Die freie Lüftung setzt einen Luftwechsel durch Fensterundichtheiten und Fugen voraus. Bei der Sanierung von Wohngebäuden werden die vorhandenen "undichten" Fenster häufig gegen dichte Fenster ausgetauscht. Damit ist aber der notwendige Luftwechsel über Fensterundichtheiten erschwert bzw. nicht mehr gegeben.
Ohne regelmäßiges Öffnen der Fenster kann der Luftwechsel daher nicht mehr im ausreichenden Maße realisiert werden.  

 

Welche Folgen hat unzureichende Lüftung: 

  • Es wird nicht genügend Sauerstoff zugeführt
  • Der Kohlendioxidanteil der Raumluft steigt, als Folge tritt Müdigkeit auf.
  • Feuchtigkeit wird nicht ausreichend abtransportiert. Es kann zu feuchten Wänden und Schimmelproblemen im Haus kommen.
  • Schadstoffe und Gerüche werden nicht durch den Luftwechsel ausgeglichen

Die DIN 1946-6 (Ausgabe 2009) verlangt deshalb die Erstellung eines Lüftungskonzeptes für Neubauten und bei Renovierungen.
Ein Lüftungskonzept wird gefordert, wenn bei Renovierungen in Ein- und Mehrfamilienhäusern mehr als ein Drittel der vorhandenen Fenster ausgetauscht bzw. bei Einfamilienhäusern mehr als ein Drittel der Dachfläche neu abgedichtet werden. 


Energieverluste durch Lüftung - 

Mögliche Lösung - Wärmerückgewinnung aus der Fortluft.  

Es gibt Hersteller die zentrale oder dezentrale Lüftungslösungen anbieten. Diese Lösungen nutzen oft die Möglichkeit zur Wärmerückgewinnung. Hierbei werden relativ hohe Wärmerückgewinnungsgrade erreicht. Diese Systeme können zur Belüftung von häufig genutzten Räumen und Feuchträumen (Bad und Toilette usw.) eingesetzt werden.

Dezentrale Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung sind besonders für die Sanierung geeignet. Mit ihnen können Feuchteschäden durch Feuchtekondensation aus der Raumluft bei richtiger Auslegung sicher verhindert werden.